Indoor-Parcours
Wenn die Sommerhitze den Spaziergang auf ein Minimum reduziert, ist ein selbst gebauter Indoor-Parcours die ideale Beschäftigung für unsere Hunde, um dennoch körperlich aktiv zu sein. Er fördert das Körpergefühl, schult die Koordination und stärkt das Vertrauen zwischen dir und deinem Hund. Für diese Aufgabe brauchst du keine teuren Agility-Geräte – dein Wohnzimmer verwandelt sich mit einfachen Alltagsgegenständen in eine abwechslungsreiche Abenteuerlandschaft.
Das brauchst du
Möbel & Alltagsgegenstände:
- 1–2 Stühle und 1 Tisch
- 1 Besen (oder Besenstiel)
- Einige Kissen und weiche Decken
- 1 stabiles Brett (z. B. ein Regal- oder Holzbrett)
Belohnung & Sonstiges:
- Viele kleine Leckerlis oder die Tagesration Futter
- Schnüffelteppich als Pausenstation
- Rutschfeste Unterlagen (z. B. Yogamatte, Gummimatte oder Teppich)
Vorbereitung & Sicherheitshinweise
Bevor du die ersten Hindernisse aufbaust, steht die Sicherheit deines Hundes an erster Stelle:
- Rutschfester Untergrund: Glatte Böden wie Laminat- oder Parkettböden sind sehr rutschig und bieten dem Hund wenig Halt. Platziere Hindernisse immer auf einem rutschfesten Untergrund (Teppich, Yogamatte o.ä.). So verhinderst du Verletzungen durch unkontrollierte Bewegungen.
- Stabilität prüfen: Alles, worauf dein Hund steigt oder wo er drübergeht (z. B. das Brett oder gestapelte Kissen), muss absolut wackelfrei aufliegen. Schiebe Stühle gegebenenfalls an eine Wand.
- Verletzungsgefahren ausschalten: Achte darauf, dass Stühle oder der Besen keine scharfen Kanten haben oder leicht umkippen können.
- Angepasste Höhe: Passe die Höhe der Hindernisse der Körpergrösse deines Hundes an. Sprünge sollten niedrig gehalten werden – es geht um präzise Bewegungen und Konzentration, nicht um Rekorde.
Variante für Anfänger
Für Einsteiger geht es vor allem darum, neue Reize kennenzulernen und die Bewegungen bewusst auszuführen. Gehe die Stationen langsam und in Ruhe mit deinem Hund ab. Lege zwischen zwei Stationen jeweils eine Pause beim Schnüffelteppich ein.
- Station 1: Lege ein Handtuch, ein flaches Kissen und das Brett flach hintereinander auf einen Teppich. Führe deinen Hund langsam mit einem Leckerli vor der Nase Schritt für Schritt über die unterschiedlichen Materialien. Für eine erste Runde ist es auch völlig okay, wenn dein Hund erst mal mit nur mit den Vorderpfoten auf die Objekte steht.
- Station 2: Hänge eine Decke über einen Stuhl oder den Esstisch, sodass ein schattiger Tunnel entsteht. Locke deinen Hund vorsichtig von einer Seite zur anderen durch den Tunnel hindurch. Hänge zu Beginn die Decke relativ hoch, sodass eine grosse Öffnung entsteht und dein Hund die Decke nicht berührt, wenn er unten durch geht.
- Station 3: Stelle einen einzelnen Stuhl mitten in den Raum. Führe deinen Hund mit einem Leckerli eng um die Stuhlbeine oder um den ganzen Stuhl herum, sodass er sich einmal komplett um die eigene Achse biegt.
- Station 4: Lege den Besenstiel flach auf zwei dicke Kissen. Führe deinen Hund in ruhigem Tempo darüber, sodass er die Pfoten einzeln anheben muss.
Variante für Fortgeschrittene
Kennt dein Hund die Grundlagen bereits? Dann verbinden wir die Hindernisse zu flüssigen Abfolgen und fordern die Feinkoordination. Lege auch hier zwischen den verschiedenen Stationen regelmässige Pausen ein, indem du zum Beispiel Futter im Schnüffelteppich verteilst.
- Station 1: Lege das Brett schräg an eine kleine Sitzerhöhung (z. B. ein festes Sofakissen oder ein niedriges Podest) und lass deinen Hund ruhig und kontrolliert die kleine Rampe hochlaufen. Als Steigerung kannst du versuchen, ihn oben sich hinsetzen zu lassen und lass ihn anschliessend wieder ruhig heruntersteigen.
- Station 2: Stelle 3–4 hohe Objekte wie Stühle oder Besen in einem Eimer auf, sodass eine die Objekte in einer geraden Linie aufgereiht sind. Führe deinen Hund im flüssigen Zick-Zack-Kurs durch die Slalom-Stangen.
- Station 3: Gestalte den Tunnel so, dass der Hund unten durch kriechen kann. Nutze dazu entweder den Tisch oder Stuhl, den du mit einer Decke so weit abdeckst, dass dein Hund kriechen kann oder lege den Besenstiel auf zwei hohe Kissen, damit dein Hund unter dem Stiel durchkriecht. Belohne ihn bereits bei ersten Ansätzen fürs Kriechen und baue die Distanz nur langsam aus.
